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Coinbase: Das erste Börsenjahr war ziemlich durchwachsen

Der Börsengang von Coinbase am 14. April 2021 war ein Großereignis der Krypto-Industrie. Zum ersten Mal machte ein großes US-Unternehmen aus dem Krypto-Handel einen IPO, und viele fieberten dem Datum entgegen. Zum Start legte nicht nur die Coinbase-Aktie ordentlich zu, auch Bitcoin selbst schnellte rund um den IPO des kalifornischen Unternehmens auf ein (damals) neues Allzeithoch.

Doch heute, knapp ein Jahr später, muss man festhalten. Die Coinbase-Aktie war ein schlechtes Investment. Seit dem Tag des Börsenstarts hat die COIN-Aktie etwa 43 Prozent an Wert verloren. Auch BTC selbst hat seither ordentlich an Wert eingebüßt, allerdings waren es „nur“ 27 Prozent seit dem 14. April. Für Krypto-Investor:innen sind solche Preisschwankungen eher weniger ungewöhnlich, für Investor:innen in klassische Finanzprodukte wie eben Aktien sind solche Kursverluste aber doch sehr herb.

Die Kursentwicklung im Vergleich:

  • BTC = Blau
  • Coinbase = Orange

Konnte Coinbase anfangs vom Hype rund um das Unternehmen profitieren und fuhr eine Zeit lang besser als der BTC-Kurs selbst, hat sich das Blatt spätestens mit Jahresbeginn gewendet. Eine Zeit lang war der Bitcoin-Kurs stark an Tech-Aktien (und damit auch an Coinbase) gekoppelt und ging im Gleichschritt mit ihnen hinauf oder hinab. In den Wochen seit Februar (und damit auch beeinflusst durch den Ukraine-Krieg) sieht man, dass sich BTC wesentlich besser entwickelt hat als die COIN-Aktie.

Das hat mehrere Gründe. So ist in den letzten Monaten vermehrt zu sehen, dass Coinbase-Rivalen wie Crypto.com, FTX oder Binance ordentlich die Werbetrommel rühren und sich durch Niederlassungen in Europa (u.a. FTX in der Schweiz oder Binance in Österreich) regulatorisch stärker aufstellen. Daneben gibt es auch stark wachsende europäische Player wie Bitpanda oder Blockchain.com, sprich: Coinbase ist für viele einfach nicht mehr die erste Anlaufstelle, um BTC, ETH und Co. zu kaufen.

Fokus auf neue Märkte und Krypto-Investments

Das erklärt auch, warum sich Coinbase zunehmend auf neue Märkte fokussiert. Allen voran Indien. Dort will das US-Unternehmen mit Events präsenter werden, hat via Coinbase Ventures eigenen Angaben zufolge rund 150 Millionen Dollar investiert und beschäftigt rund 300 Mitarbeiter:innen. Auch CEO Brian Armstrong war selbst im Land, um die Werbetrommel für Krypto-Assets, Web3 und natürlich die Rolle seines eigenen Unternehmens darin zu rühren.

Neben Indien fokussiert Coinbase außerdem auf Länder wie Bangladesch, Mexiko, Nigeria, Indonesien, Pakistan und China, weil es dort Milliarden Menschen gibt, die noch keinen Zugang zum Finanzmarkt bzw. zum Krypto-Markt gibt (siehe hier). Zusätzlich sollte man Coinbase Ventures nicht vergessen: Der Corporate-VC-Arm des Krypto-Händlers hat 2021 150 Investments in Krypto-Startups bzw. Projekte getätigt – das ist ein Deal alle 2,5 Tage.

Im Portfolio finden sich etwa Amber Group, BlockFi, Dapper Labs, Gauntlet, Near Protocol, Uniswap, Dune Analytics, Brave, Terry, Acala, Paxos oder Animoca Brands – und damit eine ganze Reihe an Krypto-Einhörnern, die sehr viel Wert auf die Waage bringen.

Coinbase: “Umgehung der Sanktionen würden massive Käufe erfordern”

   

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