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IOTA Kritikerin: Entwicklung Richtung Dezentralisierung hat sich heillos verheddert

Die Verwirklichung eines dezentralen IOTA 2.0 scheint wieder einmal in eine weite Ferne gerückt. So zumindest interpretieren Kritiker jüngste Updates vom Entwicklerteam.

Ein IOTA 2.0 aka Coordicide wird seit rund vier Jahren offiziell angekündigt und soll IOTA durch Dezentralität zu einer konkurrenzfähigen Kryptowährung und Technologie machen. Denn bisher hat im Tanglenet von IOTA ein zentraler Koordinator die Position der letzten Instanz und hebelt so das Grundprinzip Dezentralität aus. In 2022 gab es bisher widersprüchliche Signale zum Stand der Entwicklungsarbeit an IOTA 2.0. Entwickler Hans Moog frohlockte Mitte März von einem „Durchbruch“ und schürte so neue Hoffnungen. Skeptiker hingegen wunderten sich, dass bei der Ausrufung der Jahresziele 2022 von IOTA der Coordicide nur vage am Rand erwähnt wurde. Jetzt legt die IOTA Kritikerin Buffy per Twitter den Finger in die Wunde.

Buffy bezieht sich auf ein aktuelles Update zur Entwicklungsarbeit. In diesem wird aufgelistet, welche offenen Fragen in Sachen IOTA 2.0 und dem technologischen Weg dahin noch bestehen. Laut Buffy sind diese Basis für alle weiteren Module bei IOTA, die in einem dezentralen Tanglenet laufen sollen. So wird etwa das ohnehin umstrittene Prinzip von Mana bei IOTA erneut hinterfragt. Im Grunde stelle sich heraus, so Buffy, dass bei IOTA das sogenannte CAP-Theorem zuschlage. Dieses besagt, dass Konsistenz (Consistency), Verfügbarkeit (Availability) und Ausfalltoleranz (Partition Tolerante) in einem Netzwerk nicht gleichzeitig garantiert werden können. IOTA frage sich nun erneut, welche Prioritäten diesen drei Anforderungen wie zugeordnet werden sollen. Das Fazit von Buffy: IOTA startet wieder von Null, 2019 war Dezentralität schon einmal näher als heute.

Diese Fundamentalkritik will Hans Moog nicht so stehen lassen. Er bezeichnet die Anmerkungen von Buffy auf Twitter als „Unsinn“ und verweist darauf, dass sich das Update zur Entwicklungsarbeit auf ein IOTA 3.0 und „Meta Protokolle“ beziehe. Grundsätzlich wolle IOTA das Rad nicht neu erfinden und könne einfach die besten Ideen von anderen Kryptoprojekten übernehmen. Die Diskussion zwischen Hans Moog und Buffy läuft indirekt ab, da sie nach eigenen Angaben von Moog bei Twitter geblockt wurde. Buffy zählt seit einiger Zeit zu den profilierten Kritikern, da sie über technologisches Fachwissen verfügt. Bei der IOTA Stiftung und Teilen der Community ist sie aber nicht gerne gehört.

IOTA: Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit

Das Thema IOTA 2.0 und Coordicide beschäftigt uns seit 2018 und wir haben dabei (leider) regelmäßig darüber berichten müssen, wie sich Zeitpläne und theoretische Lösungen ins Nichts auflösten. So meldeten wir auch Zweifel am neuen Optimismus von Hans Moog an und betonten wiederholt, wie die fehlende Dezentralisierung die Zukunft von IOTA blockiert. Neben den inhaltlichen Anmerkungen lässt ein zweites Detail aufhorchen: Sie sieht ein Auseinanderdriften zwischen Hans Moog mitsamt Entwicklungsabteilung und der Führung der IOTA Stiftung mit Dominik Schiener an der Spitze. So werde beispielsweise ein dezentrales IOTA jetzt nicht einmal bei Shimmer (SMR) als Testlauf erwägt – obwohl doch Shimmer gerade für solche Herausforderungen angepriesen wurde. Shimmer (SMR) markierte im Dezember 2020 das erste Staking Projekt bei IOTA und soll laut Schiener noch in 2022 ein Mainnet erhalten.

Fazit: IOTA 2.0 – der unbesiegbare Endgegner Dezentralität?

Von außen betrachtet sind die Ausführungen von Buffy schlüssig und verzichten auf Polemik. Sie wünscht dem IOTA Team beim nächsten Versuch auf dem Weg hin zu Coordicide sogar „viel Glück“. Die Anmerkungen von Hans Moog bleiben nebulös und das Blockieren von Kritikern wirkt wenig souverän. Dominik Schiener wiederum zeichnet gesamtverantwortlich und vermeidet zunehmend die Begriffe Coordicide und Dezentralität. In dieser Gemengelage wäre ein dezentrales IOTA in absehbarer Zeit eine Riesenüberraschung – so zumindest unser wiederkehrender Eindruck.

   

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