Other

Ist Krypto zu knacken? Quantencomputer laut MIT Tech Review noch Jahre davon entfernt

Der Physiker für Theorie der kondensierten Materie und Experte für Quanteninformation Sankar Das Sarma hat in der MIT Technology Review erklärt, dass Quantencomputer noch weit davon entfernt sind, RSA-basierte Kryptographie zu knacken.

Die RSA-Kryptografie verwendet Algorithmen, Codes und Schlüssel, um private Daten sicher zu verschlüsseln, ohne dass Dritte oder böswillige Akteure wie Hacker diese Abfangen können. Ein Beispiel für diese Methode in der Kryptowirtschaft ist die Erstellung einer neuen Wallet, die eine öffentliche Adresse und einen privaten Schlüssel generiert.

Quantensicherheit gilt als ein wichtiges Thema im Blockchain- und Kryptosektor und man geht generell davon aus, dass leistungsfähige Quantencomputer eines Tages so weit fortgeschritten sein werden, dass sie die derzeitige Kryptografie hacken können. Das könnte dazu führen, dass digitale Vermögenswerte im Wert von Milliarden von Dollar gestohlen werden oder die Blockchain-Technologie zum Stillstand kommt. Zahlreiche Projekte beschäftigen sich mit der Entwicklung quantensicherer Kryptografie und Blockchains.

Sarma ist derzeit Direktor des Zentrums für Theorie der kondensierten Materie an der Universität von Maryland und äußerte sich Anfang dieser Woche in der Technology Review zu diesem Thema.

Der Physiker sagte, er sei «beunruhigt über den Hype, der in letzter Zeit um das Quantencomputing gemacht wird». Der derzeitige Stand der Technologie sei «eine enorme wissenschaftliche Leistung». Das bringe uns jedoch «einem Quantencomputer, der ein Problem lösen kann, das irgendjemanden interessiert, keinen Schritt näher».

«Das ist so, als würde man versuchen, die besten Smartphones von heute mit Vakuumröhren aus den frühen 1900er Jahren herzustellen.»

Der Physiker betonte, dass bei der Primfaktorzerlegung ein «Quantencomputer das schwierige Problem, die Primfaktoren großer Zahlen zu finden, exponentiell schneller lösen kann als alle klassischen Verfahren». Aber die derzeitige Rechenleistung kann Kryptographie bei weitem nicht knacken.

Sarma sprach hier auch «Qubits» an. Das sind Quantenobjekte wie Elektronen oder Photonen, die die erweiterten Fähigkeiten eines Quantencomputers freischalten:

«Die modernsten Quantencomputer verfügen heute über Dutzende von dekohärenten (oder «verrauschten») physikalischen Qubits. Der Bau eines Quantencomputers, der RSA-Codes aus solchen Komponenten knacken könnte, würde viele Millionen, wenn nicht Milliarden Qubits erfordern.»

«Nur Zehntausende von diesen würden für Berechnungen verwendet werden, so genannte logische Qubits. Der Rest wird für die Fehlerkorrektur benötigt, um die Dekohärenz zu kompensieren», wie er hinzufügte.

In diesem Zusammenhang: Polygon ID will Selbstbestimmung und Datenschutz im Web3 verbessern

Sarma schlägt zwar keinen Alarm, merkte aber an, dass ein echter Quantencomputer «heute noch unvorstellbare Anwendungen haben wird». Genauso wie niemand vorhersagen konnte, dass der erste Transistor aus dem Jahr 1947 Grundstein der Laptops und Smartphones unserer Zeit legen würde.

«Ich habe viel Hoffnung in und glaube fest an das Quantencomputing als potenziell bahnbrechende Technologie. Aber die Behauptung, dass damit in naher Zukunft Millionen von Dollar Gewinn für reale Unternehmen, die Dienstleistungen oder Produkte verkaufen, erzielt werden können, erstaunt mich schon sehr», sagte er,

Obwohl die Gefahr noch in weiter Ferne liegt, bemühen sich zahlreiche Unternehmen bereits darum, die Quantensicherheit zu erhöhen. Cointelegraph berichtete letzten Monat, dass der US-Bankenriese JP Morgan Forschungen zu einem Quantenschlüsselverteilungs-Blockchain-Netzwerk vorgestellt hat, das resistent gegen Quantencomputer-Angriffe ist.

Xx Labs hat außerdem eine Blockchain auf den Markt gebracht, die nach eigenen Angaben ein «quantenresistentes und datenschutzorientiertes Blockchain-Ökosystem» ist.

   

Source

Показать больше

Добавить комментарий

Ваш адрес email не будет опубликован.