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Prominente Krypto-Veteranen steigen aus: „Die Branche ertrinkt im Kapitalismus“

  • Yearn Finance Gründer Andre Cronje ist im März von seinen Posten bei Yearn Finance und Fantom zurückgetreten.
  • Die Kryptobranche sei heute heute von Gier, nicht von  Vertrauen geprägt, sagt er im Hinblick auf Regulierung.

Die Stimmung in der Kryptobranche ist offenbar ebenso volatil wie ihre Währungen: Da werden Branchen-Gegner zu Befürwortern und Befürworter zu Gegnern. Andre Cronje, der Gründer von Yearn Finance, gehört zur zweiten Kategorie. Der Entwickler hatte vor kurzem die Branche mit den drastischen Worten „Krypto ist tot“ und weiteren Vorwürfen kritisiert.

Vor wenigen Wochen hatte Cronje seinen Rückzug aus der Kryptobranche erklärt. Der Entwickler ist von seinen Positionen bei den dezentralen Finanzplattformen Yearn Finance und Fantom zurückgetreten. Vor dieser Kehrtwende war er scherzhaft als „Godfather of DeFi“ bezeichnet worden.

Am Montag erläuterte Cronje seine Gründe für den Rückzug aus der Branche. Er sagte, seine Vorstellung von der Krypto-Branche passe nicht mehr zu ihrem derzeitigen Zustand. Er kritisierte die „über Nacht reich werden“ Mentalität und hält die Branche für tot.

Cronje: Krypto steht heute für schnelles Geld,
Anspruchsdenken und Egoismus, nicht für Vertrauen

IIn einem Blogbeitrag sagt der Entwickler andererseits, dass er immer noch an die Grundprinzipien der Kryptowährung glaube. Das seien Eigenverantwortung und finanzielle Selbstbestimmung. Gegenwärtig sei die Mehrheit der Krypto-Community jedoch nur wegen des möglichen Reichtums, Anspruchsdenkens und Egoismus dabei.Darüber hinaus verweist er auf die jüngsten Ereignisse in der Kryptobranche und sagt, sie bedürfe dringend der Regulierung. Diese, so sagt er, diene in erster Linie nicht der Verhinderung von Betrug, sondern dem Anlegerschutz. Er fügt hinzu, die Regulierung der Branche sei vergleichbar mit der Aufgabe, ein unvorsichtiges Kleinkind davor zu schützen, sich selbst zu verletzen:

„Es ist wie bei einem Kind, das versucht, seinen Finger in eine Steckdose zu stecken: Man verhindert das, bevor es lernen kann, warum es das nicht tun sollte. Eines Tages wird es verstehen, warum, aber nicht heute.“

Er verglich die heutige Situation der Kryptoindustrie mit den Anfängen der Geldpolitik. Damals, so Cronje, wurden die meisten Dinge durch „Versuch und Irrtum“ erreicht – nachdem die Irrtümer korrigiert worden seien. Im Gegensatz dazu scheine die Krypto-Community aus eigenen Fehlern nichts zu lernen, sondern setze offenbar auf „Augen zu und durch“.

So sind die Kryptowährungen seit Ende 2021 stark zurückgegangen, und aufgrund einer Vielzahl von Unsicherheiten stagnieren die Kurse oder fallen weiter. Hacks, Phishing-Scams und andere Formen von Cyber-Kriminalität werden immer häufiger und tun ein Übriges – erst kürzlich wurde der bisher größte Cyber-Angriff aufgedeckt.

Wildwest-Branche?

Cronje bezeichnet Krypto heute als Wildwest-Branche und sagt, er habe vorerst nicht die Absicht, zurückzukehren. Inzwischen soll er bei einer Investmentbanking-Plattform mit Namen „Segwit Holdings angeheuert haben.

Trotz seiner Kritik und seines zumindest vorläufigen persönlichen Schlussstrichs geht Cronje davon aus, dass die Blockchain-Community eines Tages von Vertrauen und nicht mehr von Gier dominiert werden wird.

Auch Dogecoin-GründerJackson Palmer ist ein prominenter Krypto-Entwickler, der der Branche aus ähnlichen Gründen den Rücken gekehrt hat. Er beklagt, die Kryptobranche „ertrinke im Kapitalismus“, habe also genau das Gegenteil dessen erreicht, wofür sie einst gestanden habe.

   

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