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PwC-Studie: Mehr als drei Viertel aller Zentralbanken arbeiten an CBDCs

Eine neue Studie der einflussreichen Wirtschaftsberatung PwC zeigt, dass inzwischen mehr als 80 % aller Zentralbanken ein Interesse an der Einführung einer eigenen Zentralbank-Digitalwährung (CBDC) bekunden oder bereits an einer solchen arbeiten.

Der zweite jährliche „Global CBDC Index“, der am Montag veröffentlicht wurde, zeigt den jeweiligen Stand des Fortschritts bei der Entwicklung der verschiedenen Digitalwährungen der Zentralbanken auf.

Haydn Jones, einer der Experten für Blockchain und Krypto bei PwC UK, erklärt im Hinblick auf die Ergebnisse der Studie, dass inzwischen „mehr als 80 % aller Zentralbanken an der Einführung einer CBDC forschen oder dies bereits getan haben“.

Der Bericht schaut dabei auf beide Formen von Zentralbank-Digitalwährungen, also zum einen die Retail-CBDCs, die auch von der Öffentlichkeit als Finanzinstrument genutzt werden können, und zum anderen die Wholesale-CBDCs, die in erster Linie von Finanzinstituten als internes Zahlungsabwicklungsmittel gebraucht werden sollen. Die Studie rankt in einer Liste von 1 bis 100 den Entwicklungsstand der verschiedenen nationalen Projekte.

Im Gegensatz zu den Wholesale-CBDCs haben Retail-CBDCs bereits eine deutlich höhere Marktreife erreicht, wie die Analysten von PwC feststellen. Das Paradebeispiel dafür ist die sogenannte „eNaira“, also die digitale Version der nigerianischen Landeswährung, die mit einem Punktwert von 95 sogar zur am weitesten entwickelten CBDC überhaupt gekrönt wird.

In der Kategorie „Retail“ sind auch die Bahamas mit ihrer Digitalwährung ganz vorne mit dabei, denn der Inselstaat hat mit dem Sand Dollar als erstes Land überhaupt eine CBDC eingeführt. Der jamaikanische Jam-Dex, der noch im Laufe dieses Jahres kommen soll, steht ebenfalls weit oben und auch Thailand kann sich mit ersten praktischen Tests zu einer CBDC gut im Ranking platzieren.

In der Kategorie „Wholesale“ sind wiederum Thailand und Hongkong auf dem geteilten Spitzenplatz, denn mit dem gemeinsamen Projekt mBridge probieren sich beide Länder zusammen an der Abwicklung von grenzübergreifenden Zahlungen per Digitalwährung. Auch Singapur und Frankreich sind mit ihren Projekten in Sachen Wholesale vorne platziert.

Jones kommentiert in diesem Zusammenhang den allgemeinen Reifegrad der CBDCs bei den Zentralbanken aller Welt:

„Die verschiedenen Länder haben einen ganz unterschiedlichen Entwicklungsstand ihrer CBDCs, wobei jedes Land ganz eigene Motivationen hat. So spielen zum Beispiel größere finanzielle Inklusion, eine effizientere Abwicklung von grenzübergreifenden Zahlungen und eine bessere Kontrolle von Geldströmen bzw. die Verhinderung von Finanzkriminalität wichtige Rollen. Wir sind davon überzeugt, dass die Forschung, Entwicklung und Einführung von CBDCs im Jahr 2022 noch weiter an Fahrt aufnimmt.“

Zudem wirft der Bericht auch einen Blick auf die Top-10 an den US-Dollar angebunden Stablecoins, deren Funktionsweise und wie diese besichert werden.

Dahingehend mahnt PwC, dass Stablecoins inzwischen „ein integraler Bestandteil des Krypto-Ökosystems“ geworden sind und dass es für Finanzinstitute und Investmentfonds nahezu „unmöglich“ ist, ohne Stablecoins auf dem Kryptomarkt zu agieren.

   

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