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Reuters: Binance gab regelmäßig Kundendaten an den Kreml weiter

  • Eine Reuters-Meldung besagt, die Kryptobörse Binance habe in großem Stil Kundendaten an die russische Regierung geliefert und dadurch notorisch das Vertrauen der Kunden missbraucht.
  • Laut Reuters war Binance bereit, alles zu tun, um in den  russischen Markt zu kommen – alles nicht wahr behauptet Binance und fabuliert über eine Verleumdungskampagne.

Nach etlichen Berichten über die Gewohnheit von Binance, Vorschriften nur dann zu beachten, wenn es dem Unternehmen gerade passt und der Beteiligung Chefs  an etlichen illegalen Aktivitäten, wenn diese nur für Wachstum sorgen, hat Reuters nun weitere illegale Machenschaften von Binance aufgedeckt, diesmal in Russland, wo die Börse Reuters zufolge mit Putins Mafia-Regierung paktiert und das Vertrauen ihrer Kunden notorisch missbraucht, indem sie ihre Daten weitergibt.
Die Geschichte von Binance in Russland reicht nur wenige Monate zurück, als die Börse trotz einer unentschlossenen bis kryptofeindlichen  Haltung Russlands zur größten Kryptobörse des Landes werden wollte. Im Zentrum des Geschehens steht Gleb Kostarev, Leiter der Osteuropa- und Russland-Abteilung von Binance.
Kostarev soll als Verbindungsmann zwischen dem Putin-Regime und Binance fungiert haben, indem er sich mit hohen Beamten wichtiger Regierungsbehörden traf und deren Forderungen an die Börse weiterleitete.
In einem solchen Fall traf sich Kostarev mit Leitern der Rosfin-Monitoring, dem Finanznachrichtendienst des Landes, der dem so genannten Föderalen Sicherheitsdienst (FSB) untersteht, der Nachfolgeorganisation des berüchtigten KGB. Bei dem Treffen verlangte die „Rosfin“, wie sie im Volksmund genannt wird, dass Binance seine Kundendaten der Behörde zur verfügung stellt – angeblich zur Kriminalitätsbekämpfung.
Kostarev stimmte dem zu, ohne sich zu erkundigen, wofür die Daten außer zur Verbrechensbekämpfung sonst noch verwendet werden sollten. Laut mehrerer SMS, die er an einen seiner Geschäftspartner schickte und die Reuters vorliegen, behauptet Kostarev, er habe keine andere Wahl gehabt.

Ukraine-Krieg, Krypto-Verbot und die Binance-Allianz mit Putins Mafia-Clique

Russland war monatelang einer der vielversprechendsten Märkte der Kryptoindustrie, und das Handelsvolumen erreichte jeden zweiten Monat neue Rekorde. Alles änderte sich jedoch, als Putin seinen Vernichtungskrieg gegen die Ukraine begann. Über Nacht mieden viele Global-Player Russland, von Tech-Giganten wie Spotify bis hin zu Bankenkonglomeraten.
Die Kryptobranche stand unter großem Druck, dasselbe zu tun, aber eine Reihe großer Börsen weigerte sich, russische und weißrussische Kunden zu sperren. Coinbase, Kraken und Binance erklärten, dass die Ausgrenzung von Russen „repressiv“ wäre. Bei der Haltung bleb man, selbst dann noch, als Politiker der überfallenen Ukraine die Börsen aufforderten, sich den internationalen Sanktionen anzuschließen und ihre Unterdrücker auszuschließen.

Mehr zum Thema: Ukrainischer Krypto-Experte beschuldigt Binance vor dem US-Senat der Kooperation mit Russland

Angeblich hat Binance die Zusammenarbeit mit der russischen Regierung dann eingestellt, zumindest laut Rechtsvertretern der Börse, die gegenüber Reuters erklärten, dass „die aktive Zusammenarbeit mit der russischen Regierung aufgrund des Konflikts nun eingestellt wurde“.
Für Coinbase und Kraken war die Behauptung, dass sie russische Nutzer weiterhin unterstützen würden, eher ein PR-Gag als ein tatsächlicher Standpunkt. Sie hatten ohnehin kaum Handelsvolumen durch Russland. Für Binance hatte dieser Standpunkt jedoch weitreichende Folgen. Die Börse ist die weltweit größte Kryptobörse und auch die größte in Russland. Schätzungen gehen davon aus, dass sie vier Fünftel des russischen Marktes dominiert.
Bereits 2019 war Binance-Chef Changpeng-Zhao in Russland gewesen und hatte die Bürger aufgefordert, „sich nicht als Sklaven des traditionellen Bankensystems“ zu fühlen. Er schloss einen Vertrag mit der FSB-Agentur Rosfin, um eine Tochtergesellschaft in Russland zu eröffnen. Teil der Vereinbarung war, dass diese Rosfin – also dem russischen Inlandgeheimdienst – unbegrenzten Zugang zu den Kundendaten gewähren würde.
Auf die Frage von Reuters nach den Fortschritten gab Zhao folgende Antwort:

„Sollten wir in Zukunft die Gründung einer lokalen Einheit in Russland in Betracht ziehen, wird Binance niemals Daten ohne eine legitime Anfrage der Strafverfolgungsbehörden weitergeben.“

In Russland hat die Verwendung von Kryptowährung durch den Oppositionsführer Alexej Nawalny eine zusätzliche Ebene der Intrige geschaffen. Nawalny sitzt seit Monaten im Gefängnis, weil er von der Putin-Regierung des Terrorismus beschuldigt wird, was von internationalen Agenturen und den meisten westlichen Staaten verurteilt wurde.

Nachdem er einen Mordanschlag überlebt hatte, wurde er im vergangenen Monat zu neun Jahren Haft verurteilt, und in der Folge wurden seine Bank-Guthaben beschlagnahmt und die Konten gelöscht. Leonid Volkov, Navalnys Stabschef, hat seitdem seine Anhänger aufgefordert, Bitcoin zu spenden.

Binance war ein wichtiger Kanal für das Lager, wobei Volkov persönlich den Nutzern zeigte, wie man Konten bei Binance eröffnet und spendet. Er erklärte seinen Anhängern, dass Kryptowährungen eine der wenigen Möglichkeiten sind, gegen die das russische Regime machtlos ist. Doch wie Reuters nun aufgedeckt hat, gab er sich heir einer kleinen Täuschung hin, und Putins Gangsterbande war die ganze Zeit im Besitz der Daten der Binance-Kunden.

„Diese Leute werden in Gefahr sein“, sagt Volkov und fügt hinzu, dass Binance „niemals etwas mit der russischen Regierung machen sollte“, wenn es seine Kunden schützen will. Wenn.

Binance-Sympathisanten mögen ja den Unfug glauben, Binance habe keine Wahl gehabt. Es gab jedoch andere Kryptobörsen, die ebenfalls auf Druck der Russen Ihre Kunden verraten sollten, aber sie weigerten sich. Offenbar hatten sie also eine Wahl. Eine von ihnen, EXMO, zog es sogar vor, Russland zu verlassen und ihre Geschäftstätigkeit in russland einzustellen.

Aus weiteren abgefangenen Textnachrichten geht auch hervor, dass die „Rosfin“ OKX zu einem Treffen eingeladen hatte. OKX weigerte sich jedoch, an dem Treffen teilzunehmen, wie ein Sprecher mitteilte.

Binance hat jegliche Anschuldigungen, mit dem Kreml zusammenzuarbeiten, zurückgewiesen. In einer Erklärung hieß es:

„Andeutungen, dass Binance Daten von Nutzern, einschließlich Alexej Navalny, an vom russischen FSB kontrollierte Agenturen und russische Regulierungsbehörden weitergegeben hat, sind kategorisch falsch.
Binance hat mit der russischen Regierung keine Vereinbarung getroffen, die sich von anderen Rechtsordnungen unterscheidet – diese Verpflichtungen sind ganz normal und jede traditionelle Bank würde zum Beispiel den gleichen Anforderungen unterliegen.“

   

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