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Terra kollabiert: LUNA stürzt ab – UST verliert Preisbindung

  • Der Stablecoin TerraUSD (UST) hat seine Preisbindung an den US-Dollar verloren.
  • Die Luna Foundation Guard versuchte durch den Einsatz ihrer BTC-Reserven diese Abwärtsspirale erfolglos zu stoppen.
  • Kritiker erklären das Projekt damit für endgültig gescheitert. Ob sich UST rehabilitieren kann, ist schwer zu prognostizieren.

Terra erleidet genau das Schicksal, vor dem viele Skeptiker von Beginn an gewarnt haben. Der Stablecoin erfährt seine Preisbindung an den Dollar nicht durch bei der Bank hinterlegte Währungen oder durch in US-Dollar denominierte Assets.

Stattdessen garantiert TerraUSD seine Preisbindung, indem LUNA verbrannt wird, wenn UST emittiert wird und umgekehrt. Man nimmt also das eine Asset vom Markt, um den Preis des jeweils anderen zu stützen. Dadurch entstehen Arbitrage-Möglichkeiten, weil die Nachfrage nach dem Stablecoin schwanken kann, was im Regelfall nur minimale Abweichungen von der Preisbindung mit sich bringt.

Um TerraUSD zusätzlich abzusichern, kaufte die Luna Foundation Guard Bitcoin im Wert von mehreren Milliarden US-Dollar auf und stellte eine Reserve von bis zu 10 Milliarden US-Dollar in Bitcoin in Aussicht. Diese Reserve kam zum Einsatz, indem man Bitcoin verlieh, was sich aber als wirkungslos erwies. Im Ergebnis steht LUNA bei nur noch 2,51 US-Dollar und UST hat sich weit von der Preisbindung entfernt und notiert bei 0,50 US-Dollar. Zwischenzeitlich fiel UST auf bis zu 0,20 US-Dollar ab, erholte sich dann jedoch wieder leicht.

Wie konnte das passieren?

Der oben beschriebene Mechanismus sorgt dafür, dass UST trotz schwankender Nachfrage immer etwa bei 1 US-Dollar liegt. Wenn der Stablecoin aber über eine längere Periode deutlich unter 1 US-Dollar liegt, dann haben die Marktteilnehmer einen Anreiz, UST zu kaufen und für LUNA zu verbrennen. Durch den Verkauf von LUNA, welches sie auf diesem Weg gewonnen haben, erzielen sie dann wieder einen Profit.

Dadurch entsteht aber eine Spirale. Denn der Preisdruck wird auf LUNA immer größer, wenn der Stablecoin nicht zu seinem annähernden Wert von 1 US-Dollar zurückkehrt. Zu dem Druck auf den LUNA-Kurs durch den Arbitragehandel kommt schwindendes Vertrauen in TerraUSD und LUNA hinzu. Denn Anleger, die UST halten, wollen dann ebenfalls abspringen und entweder UST für andere Stablecoins eintauschen oder im Tausch für LUNA verbrennen.

Am Ende wird die Umlaufmenge an LUNA immer größer, während gleichzeitig der Kurs und damit das Vertrauen in die Deckung immer weiter sinkt. Genau aus diesem Grund besorgte man sich eine BTC-Reserve, welche sich jedoch als nutzlos erwiesen hat.

Ist Terra gescheitert?

Die Terra-Blockchain hat in TerraUSD wohl ihren größten Anwendungsfall gefunden. Mit dem Kollaps von LUNA und UST hat sich das Projekt jedoch ins Abseits geschossen. Warum sollte man nach einem solchen Totalschaden jemals wieder auf UST und LUNA vertrauen?

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Grundvoraussetzung dafür wäre mindestens eine vollständige Erholung von UST, welche aktuell in Planung ist und laut Do Kwon noch länger auf sich warten lassen wird. Zielsetzung wird es sein, den entstandenen Überschuss durch Anpassung der Mint-Burn-Parameter besser zu kompensieren.

Ob das gelingen kann, bleibt abzuwarten. Bis zum Redaktionsschluss drehte sich die „Todesspirale“ jedenfalls munter weiter.

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