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US-Finanzministerin Yellen: Kryptowährungen sind kein Risiko für das Finanzsystem

  • Laut US-Finanzministerin Janet Yellen sind Kryptoeährungen kein systemisches Problem für die Finanzstabilität.
  • Sie bezog sich auf den aktuellen GAU des TerraUSD (UST), der offenbar keineswegs an den Dollar gekoppelt war und nun einen klaren Kurs hat: Null

Letztes Jahr erklärte Jon Cunliffe, stellvertretender Gouverneur für Finanzstabilität bei der Bank of England, dass die wachsende Kryptoindustrie ein systemisches Risiko für das traditionelle Finanzsystem darstelle. Er forderte daher eine umfassende Regulierung, um den Markt mit Stablecoins zu kontrollieren. Bei ihrem Auftritt vor dem Ausschuss für Finanzdienstleistungen des Repräsentantenhauses nahm Finanzministerin Janet Yellen als Antwort auf Fragen zu makroökonomischen Themen eine andere Position ein.

Ihrer Meinung nach ist der Markt noch nicht so weit, dass er ein Problem für die Finanzstabilität darstellt. Dem pflichtete der Abgeordnete Jim Himes bei, der behauptete, dass ein Markt von zwei Billionen Dollar nicht ausreiche, um eine Einstufung als systemisches Risiko zu rechtfertigen. Auch wenn sie nicht auf das genaue Niveau hinwies, das der Markt erreichen muss, um Bedenken hinsichtlich der Stabilität des Finanzsystems zu wecken, glaubt sie, dass sich dies in Zukunft ändern könnte.

„Ich würde sie nicht als echte Bedrohung für die Finanzstabilität bezeichnen, aber sie wachsen sehr schnell und bergen die gleichen Risiken, die wir seit Jahrhunderten  mit Bank-Runs kennen.“

Der US-Kongress hatte nach der so genannten Finanzkrise von 2008 Gesetze erlassen, um bestimmte große Finanzinstitute, die ein finanzielles Risiko für die gesamte Wirtschaft des Landes sein könnten zu identifizieren. Banken, die dieser Kategorie zugeordnet werden, können einer Reihe von Aufsichtsmaßnahmen unterworfen werden, zu denen auch die Auferlegung höherer Kapitalreserven für ihre Tätigkeit gehört.

Diskussionen über Stablecoins

In der Anhörung wurde auch das aktuelle Krypto-Desaster angesprochen, das mit dem Absturz des Terra USD (UST) einhergeht, der trotz Dollar-Koppelung auf 16 Cent gefallen war. Auf eine Frage des Abgeordneten Himes hin erklärte Yellen, dass sie den Unterschied zwischen Stablecoins wie UST, die finanzielle Anreize zur Stabilisierung ihrer Bindung an den Dollar nutzen, und solchen, die durch eine „reale“ Dollar-Reserve gesichert sind, genau kenne.

Es gab auch eine Diskussion über die Ausgabe einer digitalen Zentralbankwährung. Nach Ansicht des Abgeordneten Stephen Lynch wird die Einführung dieser Währung die meisten Stablecoins auf dem Markt beseitigen. Yellen ist jedoch der Meinung, dass es bei der Umsetzung eine große Lücke geben könnte, da sie ein Risiko für die Privatsphäre darstellen könnte, wenn die Regierung sie zur Überwachung der Ausgaben der Bürger einsetzt.

Angesichts der Probleme mit Stablecoins sagte Hester Peirce, Spitzname „Krypto-Mom“, Kommissarin der US-Börsenaufsichtsbehörde, die Behörden sollten Vorschriften ausarbeiten, die Raum für Fehler lassen.

„Es ist ein Bereich innerhalb der Kryptowährungen, der wirklich einen großen Aufschwung erlebt hat, und es gibt eine Menge Stablecoin-Nutzung, und deshalb denken die Leute darüber nach, ob wir eine Art von regulatorischem Rahmen haben wollen, wenn das noch größer wird. Wir müssen die Möglichkeit des Scheiterns zulassen, denn das gehört natürlich dazu, wenn man neue Dinge ausprobiert, und unser Rahmenwerk lässt diese Art von Versuch und Irrtum wirklich zu. Ich hoffe, dass wir ihn zu diesem Zweck nutzen werden.“

Sie erklärte weiter, dass die Regulierungsbehörden alle Gespräche über Kryptowährungen berücksichtigen müssen, da die Vielfalt der Stablecoins es sehr schwierig macht, einen Regulierungsrahmen zu schaffen.

   

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